Familie im Wandel: Warum sich immer mehr gegen Kinder entscheiden

Shownotes

Staffel 5, Folge 4

Die Geburtenrate in Deutschland sinkt weiter und liegt aktuell bei nur noch rund 1,35 Kindern pro Frau. Gleichzeitig wünschen sich viele Menschen nach wie vor Familie und Kinder. Warum also wächst die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit?

Erfahre in dieser Folge, welche Rolle finanzielle Sorgen, hohe Ansprüche an Elternschaft und der Wunsch nach Freiheit spielen, warum sich viele Menschen vor Überforderung oder dem Scheitern fürchten – und weshalb Kinderlosigkeit heute oft weniger eine bewusste Ablehnung von Familie als vielmehr Ausdruck gesellschaftlicher Unsicherheiten ist.

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Transkript anzeigen

00:00:10: So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast.

00:00:13: Wie fühlen und denken die Deutschen?

00:00:14: Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft?

00:00:18: Basierend auf unserer fast fünftigjährigen Forschung analysieren und diskutieren wir!

00:00:23: Ich, Ayaan Gürz, Pressesprecherin der Stiftung für Zukunftsfragen

00:00:27: Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Striftung und Professor für Empirische Zukunfts-Forschung in Deutschland und den USA.

00:00:41: Hallo und herzlich willkommen!

00:00:43: Schön dass du wieder dabei bist.

00:00:45: Neuer Monat, neues Thema.

00:00:46: Heute sprechen wir über eins das sehr emotional diskutiert wird – dass Kinder kriegen!

00:00:51: Und laut neuesten Erhebungen des Statistischen Bundesamts sinkt die Geburtenrate in Deutschland weiter kontinuierlich.

00:00:58: Aktuell liegen wir bei nur µ³ Kindern pro Frau.

00:01:02: Das haben wir zum Anlass genommen einmal genau hinzuschauen und nach den Gründen zu fragen…

00:01:13: gering, also das heißt hundert Frauen bekommen hundert und dreißig Kinder.

00:01:18: Man bräuchte natürlich dann über zweihundert Kinder um die Bevölkerung stabil zu halten und es führt wirklich auch dazu dass langfristig natürlich die Bevölkerungen in Deutschland abnimmt.

00:01:28: Wir haben uns das immer angeguckt, weil es ja auch ein Thema ist was oftmals so moralisch diskutiert wird.

00:01:34: Es ist eine egoistische Generation die jetzt irgendwie sagen Kaliere statt Kinder oder ist die Welt doch deutlich unsicherer geworden?

00:01:42: Man hört also vieles!

00:01:43: Darum denke ich, das ist ein Thema, über das wir mal reden werden.

00:01:46: Ja total und ich finde auch die Daten, die wir dazu hier erhoben haben, findet ihr wie immer auf unserer Website www.stiftung für Zukunftsfragen.de.

00:01:56: Da haben wir diverse Grafiken dazuerstellt mit unterschieden usw.. Da könnt ihr noch mal genau nachschauen, wenn euch das interessiert.

00:02:05: Aber diese Daten zeigen etwas ganz Spannendes und zwar dass die meisten Menschen Familie per se ja gar nicht ablehnen.

00:02:11: also viele wünschen sich sogar Kinder aber irgendwie entscheiden sich immer weniger tatsächlich dann am Ende dafür oder schieben die Entscheidungen immer weiter raus?

00:02:21: Und das macht es auch irgendwie für mich jetzt nicht nur individuell sondern auch gesellschaftlich so interessant.

00:02:26: wir reden eben nicht nur über als Geburtenraten sondern auch über Lebensmodelle Erwartungen, die man vielleicht ans Leben hat an Ängste.

00:02:36: Die man mit sich rumträgt und natürlich die große Frage auch denn was für eine Gesellschaft wollen wir eigentlich in Zukunft wie zusammenleben?

00:02:44: Ja das stimmt denn gerade weiß ich ja so viele Bürger weiterhin auch Kinder vorstellen können.

00:02:50: also die Dialvorstellung ist ja immer noch oft sehr klassisch.

00:02:55: Ich merke auch meinen bekannten Kreis.

00:02:56: also irgendwie Partnerschaft dann Kinder Gibt irgendwie Stabilität.

00:03:00: Irgendwann kommt dann vielleicht noch raus und runter zu, aber zwischen diesem Wunsch-und Realität entsteht eine immer größere Lücke.

00:03:09: Das stimmt!

00:03:09: Und jetzt kann man sich das Ganze auch historisch anschauen.

00:03:12: Ihr könnt ja zurückgehen zu Konrad Adenauer der hat ja mal gesagt Kinder kriegen Leute immer.

00:03:17: Das fiel ja damals schon so im Zusammenhang mit Rentenreformen und Generationenvertrag und alles.

00:03:22: Aber das stimmt heute eben nicht mehr.

00:03:24: also viele sind doch verunsichert, was jetzt das Geld angeht.

00:03:29: Den Beruf angeht emotional.

00:03:31: Das Leben noch an sich natürlich in der man ein Phasen lebt also diejenigen die Kinder bekommen könnten.

00:03:38: die Rush Hour des Lebens.

00:03:39: Also man ist irgendwie durch mit der Ausbildung und im Studium, feste Beziehungen dann soll man irgendwie beruflich weiter nach vorne kommen sich um die Eltern kümmern Selbstverwirklichung soll auch nebenbei eben stattfinden.

00:03:50: das isst ja schon viel.

00:03:52: Die Zeit ist da ganz schön knapp.

00:03:53: Total

00:03:54: ich find ganz wichtigen Punkt wo du grad sagst selbst verwirklig hunk.

00:03:57: also Ich hab ja auch zwei kleine Kinder.

00:04:01: Das ist natürlich schon etwas was man einfach ein Stück weit auch aufgeben muss, aber ich habe das Gefühl dass man das eigentlich gesellschaftlich nicht darf.

00:04:09: Also man muss auf allen Ebenen die es so gibt hundert Prozent weiterfahren und es ist eigentlich deutlich entspannter wäre wenn man halt auch einfach das akzeptiert und zugibt oder auch gesellschaftliche okay ist, dass es mal Phasen... dass es unterschiedliche Lebensphasen gibt und dass man die vielleicht auch wieder intensiver leben darf Alle Lebensphasen gleichzeitig permanent.

00:04:36: Oder mehr als hundert Prozent geben muss, bin ich komplett bei dir und die kann dich übrigens beruhigen weil du sagst du hast ein bisschen kleinere Kinder meine Kinder sind schon ein bisschen älter.

00:04:44: das ist ja wie Teenageralter es wird auch wieder ruhiger.

00:04:47: Es kommt sozusagen auf diese Phase wo dann wieder andere Sachen eher in den Vordergrund rücken als die Kinder die halt nicht mehr ganz so viel Gedanken vereinnahmen nicht mehr zu viel Aufmerksamkeit bedürfen.

00:04:59: also es ist natürlich schon auch dass das sich verändert.

00:05:02: Aber bevor wir uns jetzt verquatschen, lass mal einige harten Fakten noch vorher mal einmal anschauen!

00:05:05: Ja

00:05:06: also dann wenn wir mal auf unsere Studie gucken der Haupt meist genannte Grund ist natürlich wahrscheinlich der interessanteste und zwar es ist tatsächlich das Geld.

00:05:14: Also zwei Drittel, sixty-sechzig Prozent der Deutschen sagen die meisten bekommen wahrscheinlich keine Kinder weil Kinder einfach schlichtweg zu teuer geworden sind

00:05:22: finde ich jetzt auch nicht ganz überraschend sag' ich offen Kinder kosten eben kosten einfach Geld, das darf man nicht vergessen.

00:05:29: Das geht ja oftmals noch einher dass Ein-Einkommen zumindest zeitweise Teilzeit und Aussetzung alles wegfällt.

00:05:39: Und dann sehen wir aber gleichzeitig glaube ich natürlich auch, dass Kinder nicht nur Geld kosten sollen.

00:05:44: die Erwartungen die Eltern haben Die sind eben auch im Zeitvergleich immer weiter gestiegen.

00:05:50: Also Kinder werden gleich gesetzt mit ich, brauchen größeres Auto Ich, brauchen zusätzliches Zimmer.

00:05:54: Dann kommen noch irgendwie die Kosten für Klassenfahrt, für die Musikschule später wahrscheinlich ins Ausland noch gehen diese ganzen Sachen und das ist auf einmal alles finanziell natürlich eine Herausforderung.

00:06:05: für viele

00:06:07: kann das auch total verstehen, weil es ist ja einfach so mit drei Kindern braucht man auch ein spezielles Auto.

00:06:15: Da geht da nicht mehr jedes.

00:06:17: Aber ich frag mich ob man sich da früher so eine Gedanken drum gemacht hat oder ob das da noch dieses Motto überhaupt so gesund und glücklich?

00:06:23: Und das kommt schon irgendwie mit durch Weil man plant heute ja auch irgendwie immer schon so wahnsinnig weit in die Zukunft.

00:06:31: Vielleicht hat man früher ein bisschen mehr an den Tag hineingelebt und hat mal geschaut, wie man das dann in dem Moment hinbekommt?

00:06:38: Und was du gerade gesagt hast ist dass die Ansprüche der Eltern steigen.

00:06:41: Du sagst es gerade, dass das Kind dann ja auch ein eigenes Zimmer brauchen vielleicht noch einmal ins Ausland gehen soll.

00:06:46: aber das hatte ich vorhin schon angesprochen, steigen ja auch an sich selbst.

00:06:49: Man muss auch eine besonders gute Mutter sein also man muss das ja auch auf dem Schirm haben, kann und gut gebildet ist.

00:06:57: Und wie viel kann man noch auslagern?

00:06:59: Weil ich finde, das Bildungssystem in Deutschland ist ja nun auch nicht das Beste.

00:07:03: Und je nachdem, wie ernst man das Thema Elternschaft nimmt sind da schon viele Punkte die da vielleicht auch zu Ängsten führen können dass man das alles nicht so supertfuper hinbekommt.

00:07:14: Ja, und ich könnte mir gleich auch noch mal darüber reden aber ich finde es schon auffällig diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

00:07:20: also du hast jetzt gerade auch so gesagt als Mutter hast du das Gefühl und soll gesund sein und sollte das Musikinstrument lernen und sollte irgendwie ein guter Mensch werden.

00:07:27: Du willst Werte vermitteln?

00:07:28: Alles was dazugehört Ich glaube und die Frauen haben nach wie vor ist auch schwerer da.

00:07:32: Also ich hab das Gefühl, bleibst du jetzt zu Hause bist du die Oberglücke und kriegst nichts mehr auf die Reihe außer dein Kind.

00:07:38: Und dass es dann total verhetschelt und du fährst aus der Schule und rutscht von der Schule ab oder vom Kindergarten und ist das eher wie das Bild?

00:07:43: Gehst da arbeiten bis sie die Raben motoren kümmerst dich nicht um dein Kind.

00:07:46: Du kannst es.

00:07:47: als Frau habe ich das Gefühl gesellschaftlich oft nicht recht machen.

00:07:51: Also für mich jetzt als Vater, ich bin total der tolle Progressive wenn ich mir irgendwie mal Elternzeit nehme und wenn ich dann mit meinem Kind noch oder mein Kind dieses oder jenes noch mache, dann kriege ich auch mit den Schulterklopfen vor weil ich nebenbei ja auch noch den ganzen Stress auf Verarbeit habe.

00:08:05: also da wird schon finde ich mit zweierlei Maß gemessen wenn man ehrlich ist?

00:08:09: Ja!

00:08:09: Weil ich glaube es einfach an die Frau gibt es sehr viele Rollenbilder.

00:08:13: Es gibt sehr viele Vorstellungen davon was eine Frau alles sein soll.

00:08:20: Wenn sie etwas ist, fallen nicht plötzlich ein paar Schalter runter.

00:08:23: Das braucht sie da auch noch sein?

00:08:27: Historisch gesehen war das früher anders.

00:08:29: Es sind alles erst Sachen, die sich in der industriellen Revolution entwickelt haben.

00:08:33: Vorher war Kindererziehung deutlich gleichberechtigter.

00:08:36: Das Kind war mit auf dem Feld und in der Werkstatt.

00:08:39: Und Mutter und Vater haben das Feld bestellt oder die Werkstatte betrieben.

00:08:46: Kinder viel mehr gemeinsam.

00:08:48: Das hat sich dann auch

00:08:49: mitgelaufen überall, ne?

00:08:51: Genau und ja natürlich so in der Industrialisierung ein Einkommen reich Der Mann verdient das Geld die Frau übernimmt zu Hause irgendwie die kinder erziehung Dann irgendwie jetzt wieder dieser wandel.

00:08:59: okay frau zurecht sagt natürlich auch sie will irgendwie dieses berufliche.

00:09:03: dass ist halt dann auf einmal soll die frau beides machen.

00:09:07: Anforderungen an die männer sind da.

00:09:09: Vielleicht ist es auch ein bro ein totales Wohlstandsprobleme, also dass wir auch da sehr privilegiert sind.

00:09:17: Weil die Frauen jetzt im gebärfigen Alter wahnsinnig viele Chancen haben.

00:09:22: Uns wurde ja immer dann gesagt ihr könnt ja alles werden.

00:09:25: Also du musst dich ja nur genug anstrengen und dann kannst du alles werden!

00:09:29: Und es ist ja natürlich so im internationalen Vergleich geht das uns hier ja wahnsinnigt gut.

00:09:36: Das bringt aber auch vielleicht auch so eine gewisse Druckmitzig.

00:09:41: Also wenn alles offen ist, wenn es keine Begrenzungen gibt, vielleicht führt das zu einer gewissen Überforderung?

00:09:48: Das glaube ich schon und ich glaub natürlich auch was da noch mit rein spielt ist dass heute diese ganze Vergleichbarkeit da ist und du vergleist dich mit deinen Freunden oder meinen Freunden.

00:09:59: dann kommen doch irgendwie die idealisierten Vorstellungen die man auf Social Media hat.

00:10:02: also das sind ja auch Rahmenbedingungen.

00:10:05: jetzt abgesehen von was wir eben hatten mit dem finanziellen was nicht einfach ist.

00:10:09: Also das musst du irgendwie alles unter einen Hut kriegen, was wir auch vorher schon hatten mit den Lebensprios.

00:10:15: Du musst irgendwie früher was klar, Familie ist der zentrale Lebensanker und heute definieren wir uns ja über siebenundzwanzig andere Sachen und du bist gleichzeitig diejenige, die dann das Hobby toll ausübt oder da irgendwie im Urlaub war über den Freundeskreis oder den Beruf.

00:10:29: also diese ganzen Lebensmodelle konkurrieren hier heute viel mehr und sind viel wichtiger als jetzt noch vor einer Generation.

00:10:37: Ja, es passt auch zu einem Ergebnis.

00:10:39: Also, fifty-eight Prozent der Deutschen sagen sie wollen ihre Freiheit nicht für Kinder aufgeben und das ist ja eben wie du gerade beschreibst ein Wandel in den der eigenen Priorität also dass man sich selbst so eben priorisiert.

00:10:55: Total, ja!

00:10:57: Anderer Punkt den ich auch auffällig fand waren zweithäufigste Nennung die Unsicherheit oder auch die größten Steigerungen im zehn Jahresvergleich.

00:11:04: wir haben Untersuchung schon vor zehn Jahren gemacht, vor zwanzig Jahren gemacht.

00:11:08: Also es ist ja auch immer bei uns dann auf der Homepage die Vergleichszahl mit der Vergangenheit da und wenn ich mir das anschaue, Steigerungen um dreizehn Prozentpunkte auf mittlerweile neunundfünfzig Prozent.

00:11:18: der Deutschen sagen sie bekommen eben keinen Nachwuchs weil die Zukunft unsicher ist.

00:11:23: also Kriege Krisen schlechte Stimmung ist sowieso omnipräsent.

00:11:27: Die Angst ist einfach groß dass die eigenen Kinder nicht mehr in Wohlstand und in Sicherheit auch wachsen.

00:11:33: Ja Siehst du's auch so?

00:11:37: Nee, ehrlicherweise nicht.

00:11:40: Das sagen wir oftmals auch.

00:11:41: die Welt ist einfach sicherer geworden besser geworden und Krisen und Kriege so dramatisch sie sind und so schlimm wie sie sind.

00:11:47: ob wir Lösungen für die großen Herausforderungen brauchen das hat es historisch gesehen immer gegleben und wir müssen auch glaube ich wieder mehr da hinkommen dass wenn du eine Generation zurück gehst war das Leben bestimmt nicht besser.

00:12:00: Es war anders einfach und die Möglichkeiten die ich heute habe sind natürlich enorm.

00:12:05: Wir brauchen vor allem Kinder, um die Herausforderung der Zukunft wieder zu lösen.

00:12:08: Also wir werden sie nicht mehr lösen als das werden schon unsere Kinder und Enkel irgendwann machen.

00:12:13: also nein dieser Ängste teile ich nur echt sehr begrenzt.

00:12:18: Ich glaube schon dass jetzt eine deutlich realere Kriegsbedrohung ist jetzt natürlich größer und ich glaube die macht halt eben auch diese Ängste, das verstehe ich.

00:12:27: aber ich glaube auch für mich ist es eher so dann erst recht.

00:12:31: Also wenn die Welt irgendwie droht aus den Fugen zu geraten, dann hoffe ich ja dass meine Kinder mit ganz klug Ideen um die Ecke kommen sie retten können.

00:12:40: also ich glaube da finde ich, ist es eher so ein bisschen den Kopf in den Sand stecken zu sagen, ich setze jetzt keine Kinder mehr in die Welt.

00:12:47: Was soll denn dann damit passieren?

00:12:48: Stimm mich dir völlig zu!

00:12:49: Wo war ich wo ich dir nicht zustimmen?

00:12:50: Ich glaube das war früher viel schlimmer.

00:12:51: Also wenn ich jetzt überlege als ich so alt war wie meine Kinder war Pershing zwei gegen SS-Zwanzig der kalte Krieg auf dem Höhepunkt und es war irgendwie die Bedrohung vom dritten Weltkrieg da und Aufrüstung hat... Ein paar Exzellenz stattgefunden.

00:13:05: Deutschland war gespalten, dann haben wir irgendwie Krieg in Jugoslawien gehabt.

00:13:09: also das war so diese Kriegsangst habe ich irgendwie gefühlt auch damals mitgemacht und es ist jetzt heute.

00:13:16: natürlich ist es deutlich präsenter und jetzt irgendwie in Ukraine und nahe Osten und viele viele Krisenherde auf der Welt.

00:13:22: aber Böse gesprochen ist vielleicht auch nicht der Dauerzustand gewesen, dass wir das Glück hatten jetzt seit achtzig Jahren in Frieden in Europa zu leben.

00:13:32: Das war nicht immer so.

00:13:34: Aber Uli die Zeit rennt.

00:13:36: was ich noch ansprechen wollte sind die Unterschiede zwischen den Geschlechter.

00:13:39: also dies natürlich bei dem Thema besonders interessant denn Frauen nennen die Rahmenbedingungen häufiger, also bei den Rahmenbedigungen für das Kinderkriegen häufig einen fehlenden Partner.

00:13:50: Was natürlich eben auch so auf eine veränderte Partnerschaft und vielleicht auch so ne Bildungsbiografie verweist und Männer geben öfter an die berufliche Karriere zu priorisieren.

00:14:01: Also Familiengründung hängt für viele Frauen stärker an verlässlichen äußeren Bedingungen Und an der Partnerschaft auf Augenhöhe als für Männer.

00:14:10: Stimm mich dazu!

00:14:10: Also Frauen... warten vielleicht ein Stück weit auch auf Verlässlichkeit, auf Beständigkeit.

00:14:17: Männer warten auf die Kalierepause, die es wahrscheinlich so nicht gibt.

00:14:21: also um's auf den Punkt zu bringen und umdenken ist glaube ich erforderlich bei beiden Geschlechtern.

00:14:26: Genau das sind mich die große finde gesellschaftliche Zukunftsfrage was passiert denn mit einer Gesellschaft in der immer mehr Menschen kinderlos bleiben?

00:14:34: Also aktuell sind es Universitären Abschluss, die keine Kinder bekommen.

00:14:44: Also jede Frau in der dritte Frau bekommt kein Kind.

00:14:50: Ich finde das ist schon ziemlich viel und gesamtgesellschaftlich sind es auch zwanzig Prozent der Frauen.

00:14:56: Und dann dazu natürlich sehr viele Einzelkinder.

00:15:01: Ja also verändert sich dann wirklich... Einiges, wenn wir in diese Richtung weiterfahren.

00:15:05: Also die hast du jetzt angesprochen, das hat sich dann auch irgendwann Auswirkungen auf soziale Strukturen und auf Rente.

00:15:11: Das finanzielle, das emotionale, das soziale, aber das praktische... also das sind schon viele Herausforderungen.

00:15:19: weil ganz banal muss natürlich irgendwann die Frage dann auch fürs Alter stellen wer besucht mich denn auch?

00:15:24: Wer hilft mir im Alter?

00:15:25: Wer?

00:15:26: nicht nur wer zahlt meine Rente sondern wer setzt auch Weihnachten mit mir am Tisch?

00:15:31: Ja, genau.

00:15:33: Deswegen ist es natürlich auch spannend sich mal zu überlegen wie das halt eben in Zukunft funktionieren könnte.

00:15:40: Es gibt ja andere Länder die das da ganz anders machen, die da auch echt so ein bisschen mit dem Holzhammer unterwegs sind.

00:15:47: Das war nicht total spannend!

00:15:49: Also in Island ist es zum Beispiel so dass man zwölf Monate, achtzig Prozent seines Gehalts bis zu einem gewissen Höchstgrenze oder ähnlich wie in Deutschland bekommen kann.

00:15:59: aber Sechs Monate für die Frau, sechs Monate für den Mann und das kann man nicht übertragen.

00:16:05: Das heißt wenn ich es nicht nehme ist es weg?

00:16:06: Genau!

00:16:08: Wir haben hier das genannt use it or lose it Mentalität Und das sorgt dafür dass halt irgendwie achtzig Prozent der isländischen Väter da eben komplett mit eingebunden sind und dass das natürlich auch in the long run dann zu einem umdenken führt und wenn man das mal ein halbes Jahr mitgemacht hat zu Hause zu sein und es auch normal ist, dass Männer das auch machen.

00:16:29: In Spanien wurde das zwanzig-einundzwanzig eingeführt, dass die Männer sechs Wochen zuhause bleiben müssen und zwar in fünf Tagen davon nach der Geburt.

00:16:41: Das ist Pflicht!

00:16:42: Es ist keine Wahl.

00:16:43: Ist ja nicht auch irre.

00:16:45: Ich finde es auch wieder interessant, was ich davor noch nichts von gehört habe.

00:16:49: Ich weiß es nicht, ich finde wir beschäftigen uns eigentlich auch mit so etwas.

00:16:53: Und also aber gerade Easter, das gibt es halt auch noch in Portugal und so.

00:16:56: Da gibt's ein paar Länder wo das halt eben Pflicht ist auch dass Männer zu Hause bleiben häufig eh natürlich auch an Geld und an kurze Wochen.

00:17:03: Aber ich finde eben Easter mit sechs Monaten Und die sagen auch, dass das auch zu einer Veränderung in der Gesellschaft geführt hat.

00:17:11: Wahrscheinlich nimmt sich die meisten Männer dann einfach an Ja ja genau Ich glaube auch dass Deutschland sich da wandeln muss vielleicht doch einfach so ein Stück weit Dinge mal ausprobieren, von anderen Ländern übernehmen.

00:17:21: Also kann man jetzt natürlich auch viele Beispiele Israel oder irgendwie die künstliche Befruchtung kostenfreikrest und nicht wie wir uns mit siebenundzwanzig Herausforderungen verbunden.

00:17:29: also ich glaube schon dass wir uns da gesellschaftlichen stückweit ja anpassen müssen aber natürlich auch staatlich immer die Rahmenbedingungen schaffen müssen.

00:17:37: Also wenn man all diese Entwicklungen zusammen nimmt wird deutlich Kinderlosigkeit, dass heute weniger Ausdruck von einem fehlenden Familienwunsch oder dem Kinderwunsch sondern eher eine Folge der wachsenden Unsicherheit.

00:17:49: Also von Angst und den hohen Anforderungen an die ja jeder auch selber stellt an eine Familie.

00:17:56: also die Erwartung Und auch nicht nur, dass es einen einzelnen Hintergrund gibt.

00:18:01: Sondern das ist ja ganz viele verschiedene Facetten die da zusammenspielen also von finanziellen Vorbehalten Zukunftssorgen Freiheitsansprüchen biografische Unsicherheiten und zugleich machen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie zwischen Kinderlosen und Eltern ja auch deutlich wie verschieden die Perspektiven auf Nachwuchs ausfallen können.

00:18:20: Also perfekt schon zusammengefasst und man kann jetzt fast sagen müssen deshalb auch aufhören jetzt nur über Geburtenraten zu sprechen Denn eigentlich reden wir über was viel größeres, das du am Anfang angesprochen hast.

00:18:32: Wie wollen wir eigentlich in Zukunft leben?

00:18:34: Also wie viele Verantwortung wollen wir füreinander übernehmen für uns selbst?

00:18:39: Wie familienfreundlich ist unsere Gesellschaft tatsächlich?

00:18:43: Wie Familienfreundliche sind wir aber auch jeder alleine für uns?

00:18:46: Wie oft zeigen wir auch da Toleranz?

00:18:49: und dann natürlich die großen individuellen Fragen, die dazu kommen.

00:18:53: Macht es mich persönlich glücklicher Nachwuchs!

00:18:57: in die Welt zu setzen.

00:18:58: Will ich Kinder haben?

00:18:59: Was bin ich bereit dafür aufzugeben?

00:19:02: Was brauche ich vielleicht auch, mich dabei verlassen?

00:19:06: auf wen kann ich bauen?

00:19:07: Auch wieder diejenigen, die das nicht mal wäre es bereit was zu leisten und vergessen denke ich darf man aber nie.

00:19:14: Kinder brauchen jetzt kein perfektes und völlig durchgeplantes Leben.

00:19:18: Das Leben unserer Kinder wird ohne Frage Herausforderung haben unsere Kinder aber auch bewältigen werden.

00:19:25: Und das darf man, dieses Vertrauen in die eigenen Kinder sollten wir immer

00:19:28: haben.".

00:19:28: Ja.

00:19:29: Ich finde, damit sind wir eigentlich schon am Ende und mir fährt nur noch eine Sache dazu ein... Also was sind die guten Gründe für einen Kind?

00:19:37: Und tatsächlich gibt es rational nicht so viele!

00:19:40: Das ist eigentlich auch das Wichtige.

00:19:42: Wenn man sich für Kinder entscheidet, ist es etwas, was einfach nur Liebe und Freude bringt und Spaß macht.

00:19:48: Und vielleicht müssen wir auch so ein bisschen das wieder mehr in den Fokus unserer Gesellschaft drücken?

00:19:54: Da sage ich jetzt Nektion!

00:19:55: Vielen Dank!

00:19:57: Macht's gut – bis nächste Woche!

00:20:10: Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht uns zu abonnieren.

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